Herzog von Meranien

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Der Herzog von Meranien ist ein von Friedrich Barbarossa persönlich verliehener Adelstitel aus dem Mittelalter, den Sie als Namenszusatz führen dürfen. Die Herkunft des Namens „Meranien“ ist bis heute nicht ganz geklärt. Möglicherweise bedeutete es soviel wie „Land am Meer“. Wenn man bedenkt, dass auch Gebiete an den Ufern der Adria von Bayern aus regiert wurden, könnte diese Bedeutung zutreffen


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Das Herzogtum Meranien

Obwohl die Geschichte des Herzogtums Meranien nur kurz währte, waren doch ausgesprochen einflussreiche Adelsgeschlechter daran beteiligt. Entstanden ist es im 12. Jahrhundert durch die Neuordnung Bayerns unter den Staufern, zunächst unter Konrad III und schließlich unter seinem Nachfolger Friedrich I (Barbarossa). Beide belohnten treue Vasallen und Parteigänger mit Adelswürden und Lehen. Im Zuge dessen verlieh Barbarossa auch dem Wittelsbacher Grafen Konrad II von Scheyer-Dachau die Herzogswürde. Im Jahr 1153 ernannte erhob er ihn in den höchsten Adelsstand und ernannte ihn zum Herzog von Meranien. Unter diesem Namen hatte das Herzogtum vorher gar nicht existiert. 

Die Geschichte Meraniens währte auch nicht lange. Es waren politisch bewegte Zeiten, in denen sich die Machtverhältnisse innerhalb einer Generation grundlegend ändern konnten. Lediglich 95 Jahre hatte es Bestand. Konrad II beherrschte zusätzlich zum Herzogtum Meranien noch Dalmatien und Kroatien und galt als durchaus mächtiger Landesfürst. Da in den angrenzenden Gebieten wiederum Verwandte von ihm regierten, war den Einflussbereich seines Hauses in Bayern insgesamt recht beachtlich. 

Sein Sohn Konrad III lebte jedoch eher zurückgezogen, meist in Dachau und nannte sich auch nur noch „Herzog von Dachau“. Da er keinen männlichen Erben hinterließ, wurde das Herzogtum nach seinem Tod neu vergeben. 

Um 1180 verlieh Barbarossa dem Grafen Berthold IV von Andechs den Titel „Herzog von Meranien“. Dieser Berthold hatte über seine Mutter Hedwig bereits einen besonderen Bezug zum Namen des Herzogtums. Denn „Meranien“ hieß vermutlich ein Landstrich am Ufer der Adria, in Istrien, über das Bertholds Urgroßvater mütterlicherseits geherrscht hatte. 

Die Grafen von Andechs-Meranien galten als treue Gefolgsleute des deutschen Kaisers und beherrschten weite Ländereien von Bayern bis beidseits der Adria. 

Im Zusammenhang mit der Ermordung des letzen Sohnes von Friedrich Barbarossa, Philipp von Schwaben, geriet der letzte Herzog von Andechs-Meranien, Otto VIII in Verdacht der Mitwisserschaft und verlor Amt und Würden. Aus historischer Sicht war der Vorwurf unberechtigt, aber in diesen Zeiten waren höfische Intrigen an der Tagesordnung. Das Herzogtum Meranien wurde endgültig aufgelöst und die Lehen an verschiedene Adelsfamilien verteilt. 

Dass die Erinnerung an diese kurze Blüte überhaupt erhalten blieb, ist auch der christlichen Legendenbildung zu verdanken, in denen Mitglieder des Andechser Herrscherhauses eine große Rolle spielen. Ein Spross der Familie aus dem 9. Jahrhundert, Graf Rasso bzw. Grafrath (nach ihm ist eine bayerische Ortschaft benannt), wurde bereits im Mittelalter vielfach als Heiliger.

Die heilige Hedwig von Schlesien, ursprünglich Hedwig von Andechs, war die Tochter Bertholds IV von Andechs-Meranien und mit dem Herzog von Schlesien und Polen, Heinrich I, verheiratet. Ihr Leben wird als asketisch und den Armen zugewandt geschildert, sie ist Schutzpatronin von Schlesien und Andechs. Noch berühmter wurde ihre Nichte, Elisabeth von Ungarn. Die Tochter ihrer Schwester Gertrud von Andechs wurde als heilige Elisabeth weltberühmt. Um das kräftezehrende, den Armen und Kranken zugewandte Leben Elisabeths ranken sich so zahlreiche Legenden, dass sie selbst in protestantischen Kreisen als anerkanntes Vorbild für ein christliches Leben gilt. 

Weiterhin tauchte in einer populären Heldensage, die im Mittelalter in verschiedenen Fassungen existierte, ein Berchtung von Meran als Figut auf. Er ist getreuer Vasall des Helden Wolfdietrich, der durch allerlei Abenteuer gehen muss, um am Ende seine angestammten Herrscherrechte durchzusetzen

  • Edle Urkunde zur Ernennung
  • eigenes Wappen mit vollem Wappenrecht
  • historische Karte Deutschlands
  • ausführliche Erläuterung
  • Familiengeschichte
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